Unser Pseudoläufer -


Tut nur so, als täte er laufen. Er vermag zwar durch gezieltes Training über einen gewissen Zeitraum ein Bein vor das andere zu setzen und rhythmisch den Oberkörper diagonal gegen zu drehen, aber der Profi merkt, laufen ist das nicht wirklich.

Bei kürzeren Bewerben kann er noch darüber hinwegtäuschen, dass ihm der effizient Laufstil fehlt. Je länger er unterwegs ist, umso hatscherter kommt er daher. Ihm ist zwar sicher auch etwas angeboren, doch sicher kein Laufstil.

Wenn der Pseudoläufer als Kind eine Runde um den Fußballplatz laufen musste, brauchte er nicht mehr am Feld erscheinen. Die Luft, die ihm noch blieb reichte gerade so zum müde in der Ecke knotzen.

Die Konzentration auf die Atmung ist ohnehin nicht das Seine. Seitenstechen kriegt unser P.L. komischer Weise nicht beim schnellen Anlaufen, sondern immer erst nach 90 Minuten? Da helfen nur "Wanderungen"!

Was dem Pseudoläufer an Technik und Talent fehlt, versucht er über Kraft auszugleichen. Diese Kompensation hat freilich ein Ablaufdatum. Während einer Fastenzeit (einen Tag nach der Blutspende beim roten Kreuz) ging unser P.L. dermaßen ein, dass es den Anschein hatte, Medusas Antlitz ließe ihn versteinern.

Zu Anfang eines Bewerbes kann der Pseudoläufer sich kaum bändigen. Er entlässt Energien über die Fußsohlen und hat die Befürchtung Spurrillen zu produzieren. Später hat er sein Tempo gefunden um es bald darauf zu verlieren. Jetzt beginnt sich sein Rundrücken stechend bemerkbar zu machen. Erste Entspannungsversuche bringen ihn aus dem Tritt. Bald meldet sich die Arthrose! Ein Erbe in seiner Genetik! Mehrere seiner Ahnen leiden unter Gicht, Rheuma, Arthritis, bedingt durch zu hohe Harnsäure. Unser P.L. hat eine Bewegungseinschränkung in allen Gelenken. Sämtliche Gelenke knirschen und krammeln. Zwischen L3 und L4 reiben die Zackenförmigen Harnsäureablagerungen so aneinander, dass er sich nach längerem Sitzen erst auf dem Boden durchstrecken muss, bevor es in die Vertikale gehen kann. Die Orthopädin meint das gehöre (wenn infiltrieren nix mehr nützt) irgendwann abgeschliffen (Schauer)! Aber die Bandscheiben sind in Ordnung! Vom Laufen hält sie wenig und rät zum Aqua-Jogging! Vom Unterwasser Elefantenballett kriegt unser Pseudorunner wiederum trübe Augen.

Im Laufe (beim Laufe) der Zeit zieht er ungewollt seine Schultern hoch. Die Arme wandern rauf und seine Daumen formen sich zu störenden Haken, mit denen er ab und an in der Startnummer oder am Kopfhörerkabel einfädelt.

Der Pseudoläufer vermag nur stehend oder gehend zu trinken. Laufend ist zwar er, aber nicht seine Kehle nass. Bei der Alternative mit Trinkflaschen schlägt er sich fast einen seiner „Einser“ aus! Beim hektischen Verschlucken läuft unserem P.L. der Saft wieder aus Nase und Augen.

Feste Nahrung wird in seinem hüpfenden Magen alles, außer verarbeitet. Man kann sich an einem Finger abzählen, was er bei Ultramarathons als „Gel“ verwendet. Nachweislich ist der Pseudoläufer im Stande bei einem 100er 102,5km zu laufen, weil er irgendwann die Rundenzahl aus den Augen verliert!

Liebe Eliteläufer! Nehmt es dem Pseudoläufer nicht krumm, wenn er in eurer Einflugschneise parkt. Auch mangelnde Bewegungstalente wähnen sich in ihrem Anspruch auf körperliche Ertüchtigung. Unser Pseudoläufer würde einen Drängler nie der Nötigung bezichtigen!

Als Mitglied unseres

starte ich heuer bei folgenden Events:

03.11.2018

WRU Dreiviertel Gschicht

 

14.10.2018

LCC Herbstmarathon

30.09.2018

Rauchwart Marathon

 

15.09.2018

6h Lauf Steyr

 

25.08.2018

ARAB

 

27.07.2018

48h Lauf Kladno

 

29.06.2018

24h Lauf Irdning

 

10.06.2018

100km Wien

03.06.2018

Sommeralmmarathon

 

20.05.2018

Keszthely Kilometerek

 

03.05.2018

EMU 6d Race

28.04.2018

12h Lauf Langenzersdorf

 

08.04.2018

Wiener Halbmarathon

 

17.03.2018

6h Lauf Lassee

 

04.03.2018

4h Lauf Marchtrenk

04.02.2018

Bad Füssing Thermenmarathon

(283min.)

20.01.2018

Taunus Ultratrail

(617min./51km/1600hm)